Toleranz und Vielfalt

Musterthesenpapier

Johannes Gutenberg-Universität Mainz,  WS 2012/2013

Seminar im Basismodul

Das politische System der Bundesrepublik Deutschland

Dozent: Dr. Jürgen Winkler;  Referent: Claudia Musterstudent

Thesen zu "Wirtschaft und Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland"

 

Die Stabilität politischer Systeme hängt wesentlich vom politischen Verhalten der Bevölkerung und der Eliten ab. Auf das Verhalten der politischen Akteure wirken wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen ein.

Der wirtschaftliche Aufstieg in den 1950er und 1960er Jahren förderte die Entstehung eines sehr stabilen politischen Systems. Zugleich erstickte das Wirtschaftswachstum die Kritik an der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Erst mit der studentischen Protestbewegung Ende der 1960er Jahre und der ersten ökonomischen Krise machte sich vorübergehend eine von Karl Marx inspirierte prinzipielle Kritik am Wirtschaftssystem der Bundesrepublik breit.

Die Bundesrepublik Deutschland stieg innerhalb weniger Jahre zu einer der führenden Wirtschaftsmächte der Welt auf. Hierzu trugen wirtschafts- und steuerpolitische Maßnahmen ebenso bei wie die kooperative Haltung der Gewerkschaften.

Infolge der ersten Rezession 1966/67 wurde in der Bundesrepublik das Prinzip weitestgehender Selbststeuerung durch eine Globalsteuerung ergänzt. Bund und Länder verpflichteten sich, folgende wirtschaftspolitische Grundziele anzustreben: a) einen hohen Beschäftigungsstand, b) stabile Preise, c) ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht und d) stetiges Wirtschaftswachstum.

Dennoch zeichnet sich die deutsche Wohlstandsgesellschaft nach wie vor durch große Einkommens- und Vermögensunterschiede aus. Nicht alle sozialen Gruppen profitierten in gleicher Weise von der Steigerung des Sozialprodukts.

Die Entwicklung von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft und der Wertewandel führten zur Auflösung der traditionellen Gruppenbindungen (Milieus). Der soziale Wandel förderte die Herausbildung neuer Lebensauffassungen und Erwartungshaltungen.

Durch die Vereinigung ist die Bundesrepublik Deutschland mit rund 80 Millionen Einwohnern zur größten Gesellschaft innerhalb der Europäischen Union aufgestiegen. Sie stellt heute in der internationalen Politik einen größeren Machtfaktor als früher dar.

Auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland existieren derzeit zwei Gesellschaften nebeneinander: eine Dienstleistungs- und Wohlfahrtsgesellschaft im Westen, eine vergleichsweise arme Industriegesellschaft im Osten. Regionale Konflikte haben wieder an Bedeutung gewonnen.

 
 
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